Letzte Aktualisierung der Termine: 27.01.2012.

Kein Kommentar / Berlin

»Ist die Konstruktion der Zukunft und das Fertigwerden für alle Zeiten nicht unsere Sache, so ist desto gewisser, was wir gegenwärtig zu vollbringen haben, ich meine die rücksichtslose Kritik alles Bestehenden, rücksichtslos sowohl in dem Sinne, daß die Kritik sich nicht vor ihren Resultaten fürchtet und ebensowenig vor dem Konflikte mit den vorhandenen Mächten.« (Karl Marx)

 

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Der Rote Freitag

Um mit dem GegenStandpunkt ins Gespräch zu kommen, gibt es Gelegenheit.
Jeweils einmal im Monat werden ab 18.30 Uhr im »BAIZ«, Christinenstraße 1 (Ecke Torstraße, Nähe U-Bhf Rosa-Luxemburg-Platz), aktuelle oder grundsätzliche Themen vorgestellt und diskutiert.

Vorschläge zu aktuellen oder grundsätzlichen Themen die diskutiert werden sollen, können an inipfoko@atkktata-gruppesuppe.punktneteet gesendet werden.

nächste Termine:

10.02.2012 Krisenagitation Wie das Volk geistig die Krise bewältigen soll, für die es praktisch in Haftung genommen wird!

Eines kann man Presse Funk und Fernsehen nicht vorwerfen: Dass sie es an Informationen zum Krisengeschehen fehlen ließen.
Ein Kurzwörterbuch des Bankenwesens wird dem Zeitungsleser geboten, damit er weiß, wenn er sorgenvoll seinen Riestervertrag betrachtet, mit welchen raffinierten Machenschaften Banker Millionen verdienen oder in den Sand setzen. Er erfährt, auf welche Weise die Staatsverschuldung wächst, von der er ja an anderer Stelle erfährt, dass dagegen nur Wirtschaftswachstum hilft, weswegen an Lohn- und Sozialkosten gespart werden muss. Es wird der Standpunkt bedient, dass man wieder voll durchblickt. Man weiß ja, wie der Laden läuft. Abwinken ist angesagt.
BILD hat „Das irre Zocker-Papier der Eurokrise“ an der Börse zu Demonstrationszwecken gekauft und abgedruckt. 45% Rendite können erzielt werden, aber auch Totalverlust, wenn Griechenland nicht zahlt. ,. BILD entlarvt Zocker und das Rettungsprogramm für Griechenland, von dem möglicherweise Zocker profitieren. (BILD nicht, der Gewinn wird gespendet!)
Mit diesen Figuren, der des verantwortungslosen Zockers, der des Bankers, der nicht den Hals voll kriegen kann, hat man schon mal die Frage nach den Ursachen der Krise durch die Schuldfrage ersetzt. Nicht das ganz normale und ehrbare Geschäft des Finanzkapitals hat in die Krise geführt, das System also, die gesunde Marktwirtschaft , sondern schlechte Charaktere, illegitime Praktiken sollen das geschafft haben.
Andererseits begründen Politiker und Leitartikler die zwingende Notwendigkeit der Rettung von maroden Großbanken mit Milliarden von Staatsgeldern ganz offen damit, dass die nun mal „systemisch“ seien. Kein Mensch schließt daraus, dass dieses System dann offensichtlich nicht bekömmlich für diejenigen ist, die keine Spekulationsgeschäfte machen, die für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen.
Schädlich für „uns“, die Deutschen, sollen laut BILD, FAZ, Focus usw. neben den Zockern vor allem die Griechen sein.
„Betrüger in der Euro-Familie“ (Focus)
„Griechenland macht unseren Euro kaputt“ (BILD)
Warum? Weil sie nicht so sind wie wir.
„Hier arbeiten die Menschen bis sie 67 Jahre alt sind…. Deutschland hat zwar auch hohe Schulden, aber die können wir auch begleichen. Weil wir morgens ziemlich früh aufstehen und den ganzen Tag arbeiten. Weil wir von unserem Gehalt immer auch einen Teil für schlechte Zeiten sparen,   „
während die Griechen bekanntlich tanzen und singen.

Wir wollen bei der Diskussion den Argumenten nachgehen, mit denen Politik und Medien das Volk agitieren und auf das richtige Verständnis für die Notwendigkeiten von Staat und Kapital einschwören.


Und die kritische Menschheit, Grüne und Linke ? Sie machen Verbesserungsvorschläge. Mit mehr Bankenaufsicht, mit einer Steuer auf Spekulationsgewinne, die dann der Umwelttechnologie zugute kommt, die dann lauter Arbeitsplätze schafft usw., wird sich der Kapitalismus, höflicher die Marktwirtschaft, doch wohl retten lassen!
Und die Protestierer?
Die Occupy-Bewegung sieht sich als Teil der 99% der Völker, die von Finanzkrise und Staatsschuldenkrise um ihre Chancen gebracht, geschädigt werden.
 Wie machen das die 1% eigentlich? Das müsste man ja wissen, wenn man sich dagegen wehren will. Darüber erfährt man aber bei Occupy nicht nur nichts, davon wollen sie auch nichts Genaueres wissen, denn dann wären sich auf einmal Gewerkschafter, Tierfreunde, männliche Linke und emanzipierte Frauen nicht mehr so einig.
So schreiben sieCapitalism kills“ in den Schnee von Davos.

Ein Artikel zum Thema ist auch in der aktuellen Ausgabe 4-2011 GegenStandpunkt zu finden nach unten weitere Infos hier

 

13.01.2012 Wieder rechter Terror in Deutschland – Und wieder fallen alle aus allen Wolken

Skript zum Vortrag nach unten hier

02.12.2011 Nationalismus: für oben nützlich, für unten idiotisch

Skript zum Vortrag nach unten hier


 

Veranstaltungshinweis / Teach-Ins


Euro-Rettung - der Kampf der Weltmächte um ihr Geld


Mitschnitt der Veranstaltung auf archive.org nach unten hier


Plakat / Flugblatt zur Veranstaltung nach unten hier


Referent: Dr. Peter Decker

Datum: Mittwoch 25.01.2012

Beginn: 19:30 Uhr

Ort: Festsaal Kreuzberg, Skalitzerstr. 130 , 10999 Berlin Kreuzberg

Drei Jahre nach dem Zusammenbruch des Finanzsystems ist es wieder so weit. Wenn dem globalen Finanzkapital das spekulative Vermögen, das es in griechische, portugiesische, spanische, italienische Staatsschulden gesteckt hat, nicht erhalten wird, dann droht von neuem ein Crash der Banken, die Verflüchtigung aller Ersparnisse, der Zusammenbruch des Geldverkehrs und das Ende des Geldes, in dem die europäischen Staaten wirtschaften. Ökonomisch übrigens ist der Wert dieser Staatsschulden schon dahin. Erhalten bleibt er den Banken und Fonds auch jetzt schon nur, weil sie ihn gegen ihr eigenes Misstrauen von der Politik garantiert bekommen, und nur solange, wie sie diesen Garantien Kredit geben.
Das „Vertrauen der Finanzmärkte“ zu verteidigen oder zurück zu gewinnen, ist das alles überragende Ziel der europäischen Politik. Die Finanzkapitalisten, die Staaten in den Ruin treiben und einen ganzen Staatenblock ins Wanken bringen, sind blitzschnell von „Bankstern“ und „Zockern“, die die Weltwirtschaft an die Wand fahren und von den Staaten gerettet müssen, zu Richtern über die Politik ihrer Retter mutiert. Die Euro-Staaten, die noch Kredit haben, also Schulden machen können, legen schon wieder neue Staatsschulden auf, um Bürgschaften und Kapitalhilfen für die bankrotten Nachbarn zu finanzieren – und damit den verunsicherten Finanzinvestoren die Sicherheit zu stiften, die sie für ihre spekulative Bereicherung brauchen.

Dafür nehmen die Staaten ihre Völker in Haftung: Weil sie ihre Haushalte mit neuen Schulden und Garantien belasten, laden sie den Bürgern eine rigorose Steuer- und Sparpolitik auf, kürzen Staatsleistungen und kassieren vermehrt ab: Alles damit die Banken nicht auch noch das Vertrauen in die Schulden Deutschlands und anderer Garantiestaaten verlieren. In den Pleitestaaten demonstriert eine radikale Verarmungspolitik den globalen Finanzakteuren die Entschlossenheit der politischen Führung, das Leben der Gesellschaft der Wiederherstellung der nationalen Kreditwürdigkeit unterzuordnen; also viel davon zu opfern. Da können Deutsche und Griechen einmal sehen, worauf es in ihren Vaterländern ankommt: Nicht auf sie, sondern auf die Macht des Kredits, die Staat und Wirtschaft für ihren Fortschritt benutzen – und der sie deswegen dienen. 


Dass Opfer wegen der Euro-Krise anstehen, verschweigen die Politiker ihren Völkern nicht, die Gründe dafür schon: Die Deutschen etwa bekommen als Erklärung, warum „Wir“ die „Pleite-Griechen“ retten müssen, die sympathische Zusicherung zu hören: „Wir retten Griechenland nicht für die Griechen, sondern „für uns“! Deutsche Bürger werden garantiert nur für egoistische deutsche Interessen Opfer bringen! Denn „Wir“ profitieren von allen Mitgliedsländern am meisten vom Euro, „wir“ können uns einen griechischen Rausschmiss oder den Zusammenbruch der Eurozone gar nicht leisten. Frau Merkel verlässt sich darauf, dass das nationale „Wir“ seine Wirkung tut und die angesprochenen Bürger bereit sind, sich für die weit und breit größten Nutznießer des Euro zu halten, nur weil sie als billige Arbeitskräfte – irgendwie - am Erfolg der deutschen Wirtschaft beteiligt sind. Sie sollen die Rettung des Euro für die Rettung ihrer Lebens- und Erwerbsumstände halten und deshalb die Risiken für und Abstriche an Einkommen und Lebensstandard akzeptieren. 

Täglich bekommen wir zu hören: „Wir“ brauchen den Euro. „Wir“ brauchen stabile Banken. „Wir“ brauchen das Vertrauen internationaler Anleger in europäische Staatsschulden. „Wir“ brauchen den Europäischen Stabilitäts-Mechanismus. „Wir“ brauchen eine Fiskal-Union, die Defizit-Staaten die Souveränität über ihren Staatshaushalt entzieht.
Aber warum und wofür „wir“ alles das brauchen – dazu hört man nur Unsinn. Antworten darauf stehen an.




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